In den Wochen vor der Traubenernte ruht die Arbeit im Weinberg.

Jetzt hängt die Qualität des Jahrgangs allein von der Gunst der Natur ab. Sonniges und trockenes Herbstwetter vor und während der Weinlese bilden ideale Voraussetzungen. Doch sind perfekte Bedingungen selten. Deshalb sind gerade bei der Ernte Fingerspitzengefühl und Erfahrung des Gutsbesitzers von unschätzbarem Wert. Die VDP-Winzer bevorzugen die selektive, aber kostenintensive Handlese, um beste Qualität einzubringen. Im Vordergrund der Arbeit steht die Erzielung extraktreicher Weine. Für die Erzeugung hochwertiger, trockener Weine ist vollreifes und gesundes Lesegut ebenso Bedingung wie die zügige Verarbeitung der Trauben, um das natürliche Potential zu bewahren.
Um edelsüße Spezialitäten zu erzeugen, gehen viele VDP-Winzer große Risiken ein: Sie lasen ihre Trauben bis weit in den November hinein am Stock - in der Hoffnung auf die segensreiche "Botrytis cinerea", die das Eintrocknen der Trauben beschleunigt und höchste Qualitäten ermöglicht. Mit großem Aufwand werden die zu Rosinen geschrumpften Beeren von Hand herausgepickt.
Schon immer waren VDP-Güter beispielgebend für die Gewinnung edelsüßer Spezialitäten. Ihre würzig-fruchtigen Beerenauslesen sind begehrte Raritäten, die weltweit Anerkennung erfahren. Auch ihre fabelhaften Eisweine, die meist im November oder Dezember bei starkem Frost geerntet werden, haben einen legendären Ruf.


Die Lese

Eine selektive Lese bringt Spitzenqualitäten und trägt zu niedrigen Erntemengen bei. Durchschnittliche Gesamterzeugung aller VDP-Güter im langjährigen Mittel: 65 hl/ha

Beispiel 1993 in VDP-Gütern in Deutschland

Weinerzeugung VDP Deutschland
Weinerzeugung pro ha: 57 hl/ha 95,5 hl/ha
Prädikatsweinanteil: 88 % 66 %
Gesamterzeugung: 21,5 Mio ltr 982 Mio ltr.
davon Edelsüße Weine    
z.B: Beerenauslesen: 0,4 %  
z.B: Trockenbeerenauslesen: 0,11 %  
z.B. Eisweine: 0,07 %